Statement:Grüne: CSU befindet sich im atomaren Kamikazeflug und auf fachlichen Abwegen

Während die EU endlich erwägt, die Sanktionen gegen Russland auch auf den Handel mit Uran auszuweiten, fantasiert die CSU eine Renaissance der Atomenergie in Deutschland herbei.

Die Bundestagsabgeordneten der CSU setzen sich auf ihrer Klausurtagung für eine Rückkehr zur Atomenergie ein. Unter anderem fordern sie, Mini-Atomkraftwerke zu bauen. Dazu sagt Britta Kellermann, atompolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag:

Während die EU endlich erwägt, die Sanktionen gegen Russland auch auf den Handel mit Uran auszuweiten, fantasiert die CSU eine Renaissance der Atomenergie in Deutschland herbei. Damit befinden sich Söder und seine CSU im geostrategischen Kamikazeflug, auf den sie die ganze Republik mitnehmen wollen. Denn jede Atomanlage im eigenen Land bedeutet insbesondere in Krisenzeiten ein Sicherheitsrisiko für die gesamte Bevölkerung.

Die CSU riskiert mit ihren Plänen auch eine erneute Verzögerung der Endlagersuche. Die Fachwelt befasst sich intensiv mit Möglichkeiten, die Endlagersuche zu beschleunigen. Die Atom-Träumereien der CSU würden all das ausbremsen.

Fachlich befinden sich Söder und die CSU gleich in mehrfacher Hinsicht auf Abwegen. Die Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente durch Transmutation ist längst als Phantasterei entlarvt. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wäre mit hohen Kosten verbunden. Bis eine industriereife Transmutationsanlage besteht, könnten noch viele Jahrzehnte vergehen. In der Zwischenzeit schreitet die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien rasant fort und macht die zivile Nutzung von Atomenergie überflüssig. Die CSU täte gut daran, für Bayern endlich die Hausaufgaben bei der Energiewende für eine günstige und sichere Energieversorgung zu machen. Denn erneuerbare Energien machen uns in Deutschland und Europa unabhängig von schmutzigen Deals mit Kriegstreibern wie Putin.

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