Fragestunde: Unsere Meere vor Bedrohungen besser schützen

Mehr als 300 000 Wale und Delfine sterben jährlich weltweit insbesondere als Beifang der Fischerei durch Geisternetze, durch Plastikmüll, Lärm, Schifffahrt und Schadstoffe. Auch an unserer niedersächsischen Nordseeküste kommt es immer wieder zu Funden von toten Walen insbesondere von Buckel-, Pott-, Zwerg- und Schweinswalen.

Auf der letzten Umweltministerkonferenz forderten daher 12 Bundesländer, darunter Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen, wirksame Maßnahmen für den Meeres- und Walschutz. Sie wiesen auf „den besorgniserregenden Zustand der Ökosysteme, Lebensräume und Arten der Nord- und Ostsee hin. Beide Meere sind aufgrund stofflicher Einträge und vielfältiger menschlicher Nutzungen zu hohen Belastungen ausgesetzt.“ Der Verbesserung des Zustandes unserer Meere müsse daher eine höhere Dringlichkeit eingeräumt werden. 

Dies ist auch eine Forderung der vom 27. bis 29. Mai 2026 in Esbjerg (Dänemark) durchgeführten 15. trilateralen Ministerkonferenz zum Schutz unseres Weltnaturerbes Wattenmeers. 

Unser Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer feiert als Niedersachsens erster und großflächigster Nationalpark und als UNESCO-Weltnaturerbe in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Dabei gehört das Wattenmeer und die Nordsee zu den ökologisch schutzwürdigsten und wirtschaftlich bedeutendsten Lebensräumen Europas. Sie erfüllen wichtige Funktionen wie den Erhalt der Biodiversität, den Küstenschutz, leisten einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz und bilden gleichzeitig die Grundlage für Fischerei, Tourismus, Schifffahrt und die Energiewende.

Mit einer Fläche von 3.450 km² ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark und bildet die Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats. Trotz starker Schutzbestrebungen stehen das Wattenmeer und die Nordsee vor großen Herausforderungen. Die Folgen der Klimaerwärmung in Kombination mit der Biodiversitätskrise, der steigende Meeresspiegel, das Verschwinden von Seegrasflächen, die Umweltverschmutzung durch stoffliche Einträge wie Plastikmüll, der steigende Schiffsverkehr oder geplante Eingriffe wie etwa die Gasförderung am Rande des Nationalparks setzen die Meeres- und Küstenökosysteme unter zunehmenden Druck. 

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung: 

  1. Welche Vorschläge hat Niedersachsen zum Schutz der Meere, Wale und Delfine auf der Umweltministerkonferenz konkret unterstützt? 
  2. Wie setzt sich die Landesregierung vor dem Hintergrund der Konferenz von Esbjerg in Kooperation mit anderen Anrainern des Weltnaturerbes Wattenmeer für den Schutz dieses einzigartigen Naturraums ein?
  3. Wie unterstützt die Landesregierung ggf. zusammen mit dem Bund Maßnahmen für die Wiederherstellung von Salzwiesen, Seegras, Riffen und gegen Plastikmüll, Geisternetze, und Munitionsaltlasten für einen besseren Schutz im Wattenmeer? 
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